Konzept
Das Yogaprogramm ist ein Konzept aus Hatha-Yoga in Verbindung mit Raja-Yoga. Der relativ junge Hatha-Yoga ist aus dem viel älteren Tantra-Yoga (Großer Yoga, Erweckung der Urkraft), entstanden und befasst sich hauptsächlich mit dem Grobleib. Erst viel später kam die Einsicht, dass der Körper, bevor er sich in Meditation übt, eine entsprechende Vorbereitung benötigt. Wenn der Körper gut gedehnt, tief beatmet und gestärkt ist, fallen ihm die Übungen im Raja-Yoga (königlicher Pfad, Selbstbemeisterung) leichter. Dann ist er bereit, die geistigen Übungen mit viel Wachheit zu meistern.
Praktisch bedeutet es, zu den Körperhaltungsübungen aus dem Hatha-Yoga ist die bewusste Atemkontrolle mit Pranalenkung aus dem Raja-Yoga sowie dessen Meditationsübungen (sich üben im Nichtdenken) ergänzend zusammengefügt. Prana bedeutet, allumfassende Lebensenergie. Die Chakrenübungen, wie auch die rituellen Werkzeuge, Gong, Glocke und Klangschale, stammen aus dem Tantra-Yoga. Chakra ist mit Rad übersetzt. Es gibt sieben Hauptchakren. Sie sind sich als waagerechte Energieräder vorzustellen, die übereinander aufsteigend an der Wirbelsäule angeordnet sind. Jedes Chakra ist eine Ebene der geistigen Fähigkeiten. Außerdem nimmt das Chakrensystem übergeordneten Einfluss auf unser lebensnotwendiges Drüsensystem, wie die Geschlechtsdrüse, Nebennierendrüse, Bauchspeicheldrüse, Thymusdrüse, Schilddrüse, Hirnanhangdrüse und die Zirbeldrüse.
Dieses, den Körper-Geist-Seele umfassende Programm ist für jeden Teilnehmenden geeignet. Die Ausführung der Asanas (Köperhaltungen) geschieht von innen nach außen. Schon in der Vorstellung die Yogaübungen richtig vollzogen, erleichtert es dem Körper, die gedachte Übung auszuführen.
Bei derart aufmerksamer und konzentriert Übung, ist schon recht bald ein Wohlbefinden im Übenden spürbar. Das rührt daher, dass der Energieleib in Fluss gekommen und mit weitaus mehr Energie versorgt ist. Die sekretorische Drüsenfunktion ist verstärkt angeregt und der Hormonhaushalt ist ausgeglichen und das „Glückshormon“ Endorphin wird verstärkt ausgeschüttet. Selbst Wechseljahrsbeschwerden gehen zurück oder treten erst gar nicht auf. Das Immunsystem wird gestärkt und Selbstheilungskräfte sind mobilisiert. Somit ist eine gute energetische Basis geschaffen, sich und sein Umfeld anders wahrzunehmen. Es findet allmählich ein Erkennen des innewohnenden Kraftpotentials statt. Der Geist ist der Ursprung unserer Kraft. Die Besinnung auf die geistige Heilung für sich selbst und für den Mitmenschen schärft sich.
Die Yogalehre ist in keinster Weise dogmatisch und ist geeignet für den Menschen jeder Rasse, Religion und Kultur. Sie ist mit ihrer akzeptierenden Grundhaltung jedem Wesen gegenüber, die toleranteste Menschenschulung, die überhaupt existiert. Es dient dem Menschen in seiner persönlichkeitsüberschreitenden SELBST-Verwirklichung. Die Basis bildet die ethische Schulung, die sich in acht Glieder (asthanga) aufteilt.
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asthanga
der achtgliedrige Pfad im Raja-Yoga |
| yama: |
fünffache äußere Disziplin
Gewaltlosigkeit, Wahrheitsliebe, Nicht-Stehlen
Nicht-Begehren, Enthaltsamkeit |
| nyama: |
fünffache innere Disziplin
Selbstbeherrschung, Gelassenheit, Freigiebigkeit,
Realismus, Besonnenheit |
| asana: |
rechte Körperhaltung |
| pranayama: |
prana = Energie, ayama = Dehnung
Rechte Atmung |
| pratyahara: |
das Nachinnen-Nehmen der nach außen strebenden Bewegung
der Sinnesorgane |
| dharana: |
Konzentration, Kontemplation |
| dhyana: |
Meditation, Versenkung, Nicht-Denken, innere Schau |
| samadhi: |
Vereinigung, Vollendung, Verharren im Numinosen |
Die vier Grundprinzipien des Yogasystems
| maitri: |
Universelle Liebe, Universelle Freundschaft, Güte,
Freundlichkeit zu allen Wesen |
| karuna: |
Mitleid, Barmherzigkeit |
| mudita: |
Freude, Mitfreude, Heiterkeit |
| upeksa: |
Gleichmut, Indifferenz, Geduld |
Das Yogasystem, mit seinen vielschichtigen Pfaden, hat für sich den Anspruch der wissenschaftlichen Arbeit. Es will nicht das blinde Glauben an irgendetwas, sondern das empirische Tun. V e r l e t z e N i e m a n d e n und auch nicht dich selbst. Wenn ich umarmt sein will, muss ich umarmen. Anders funktioniert das Gesetz der Nächstenliebe und somit der Menschlichkeit nicht. Das ist der Vernunftsweg. Und in der geistigen Erweiterung, der Weg zum transzendentalen Bewusstsein. Nur dann erkennt sich der Mensch als EINS in der einen Bewusstheit, was er von seinem Wesen her schon immer war.
Werde das, was du bist … der ICH BIN (Aoananda)
Lilith Parvatiananda Ma
2010